
Am Anfang ein Gespräch
Nach dem ersten Gespräch mit dem zuständigen Kaplan bzw. dann im weiteren mit Bruder Simeon waren wir zunächst wegen der langen Vorbereitungszeit verunsichert. Nachdem wir jedoch in Ruhe darüber nachgedacht und uns verschiedentlich kundig gemacht hatten, wurde uns bewusst, dass die Taufe als die Aufnahme in die katholische Kirche auch die Aufnahme in die Gemeinschaft der Gemeinde vor Ort bedeutet. Auch wurde uns klar, warum diese lange Vorbereitungszeit erforderlich war, nämlich als eine Art von Einübungs- und Eingewöhnungszeit. In einem weiteren Gespräch mit Bruder Simeon wurde ein erstes Treffen unserer Katechumenatsgruppe vereinbart. Dort machten wir uns dann zunächst untereinander bekannt und es wurde abgesprochen, wie die Vorbereitung verlaufen sollte. Unsere Gedanken und unsere Meinungen zu einigen Themen bzw. Hauptpunkten der Vorbereitungszeit beschreiben wir wie folgt:
1. Die wöchentlichen Treffen der Katechumenatsgruppe:
In der Gruppe konnten wir offen über Glaubensfragen sprechen und über die Auslegung des Evangeliums diskutieren. Mit der Zeit wuchs die Gruppe zu einer Einheit zusammen.
2. Die Mitfeier der Sonntagsmesse:
Bruder Simeon erklärte uns, dass Katechumenen nach dem Wortgottesdienst zur weiteren Vertiefung des Wortes Gottes aus dem Gemeindegottesdienst entlassen werden könnten. Wir konnten uns jedoch nicht dazu bereit erklären, weil wir uns doch irgendwie ausgeschlossen gefühlt hätten. Zudem fanden wir es unfair, da auch evangelische Christen, die den katholischen Gottesdienst vielleicht besuchen, und auch die kleineren Kinder die Messe nicht verlassen müssen, auch wenn uns bewusst war, dass diese im Unterschied zu uns ja schon getauft sind.
3. Die verschiedenen Feiern in der Gemeinde:
Bei der Feier der Aufnahme in den Katechumenat am Christkönigstag, der Feier der Zulassung am 1. Fastensonntag und bei den drei Skrutinien in der Fastenzeit war es für uns wichtig, die Glaubensbegleiter an unserer Seite zu wissen. So standen wir, wenn wir der Gemeinde vorgestellt wurden, nicht allein.
4. Der besondere Verlauf der Karwoche:
mit Besuch der Chrisammesse in Köln. Wir haben das erste Mal die Karwoche so intensiv erlebt, auch mit dem Besuch der Chrisammesse im Kölner Dom, die ja vom Erzbischof von Köln und mit so vielen anderen Priestern gefeiert wurde. Besonders beeindruckt waren wir auch von der Karfreitags-Liturgie in der Wallfahrtskirche Neviges.
5. Taufe, Firmung und Erstkommunion in der Osternacht:
Die Liturgie der Osternacht um 5.00 Uhr hat uns sehr beeindruckt, und wir sind sehr froh und glücklich, dass wir uns dazu entschließen konnten, uns auf den Weg zu machen, und dass unsere Taufe in so einem feierlichen Rahmen begangen wurde. Wir finden es sehr gut, dass man bei der Erwachsenentaufe alles bewusst miterlebt, im Gegensatz zur Kindertaufe. Wir hoffen, dass wir unseren Glaubensweg mit Gottes Hilfe fortführen können. An dieser Stelle danken wir auch Bruder Simeon für sein Bemühen um unsere Gruppe und wünschen ihm stets Gottes Geleit und Kraft für seine zukünftigen Aufgaben.
Pfarrei St. Mariä Empfängnis, Neviges 1996/97
Quelle: Katechumenat im Erzbistum Köln, hrsg. von der Abtl. Gemeindepastoral, o.J
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