
Ein Ritus, der Kraft gibt ...
Mein Weg zur katholischen Kirche.
Schon immer habe ich an die Liebe und an Gott geglaubt. Ein Gott, ein Gott, der immer für mich da ist und der mich unterstützt. Der Glaube an Gott und Jesus war es, der mir Kraft, Mut und Sicherheit in meinen Leben gegeben hat.
Wenn ich in die Vergangenheit zurückblicke, verbinde ich meine ersten Gedanken zu Gott mit meinem Vater, der abends vor dem zu Bett gehen, mit mir gebetet hat.
Meine religiöse Erziehung war frei. Mein Vater, der aus Nürnberg stammt, ist evangelisch getauft worden. Meine Mutter kommt aus einer anderen christlichen Familientradition. Ihr Großvater war Pfarrer der griechisch-orthodoxen Kirche. Ich selbst wurde als kleines Kind in der Christengemeinschaft – einer Glaubensgemeinschaft nach dem Vorbild Rudolf Steiners – getauft und später auch dort konfirmiert. Die Gottesdienste waren insgesamt für mich wenig ansprechend und so richtig heimisch fühlte ich mich dort nie.
Der Unterschied war mir deutlich; denn schon in der 3. Klasse kam ich zu den Würzburger Domsingknaben. Hier war der Gottesdienst mit uns Sängerknaben alle 2 Wochen. Die Atmosphäre, die Musik, das Licht und die Gemeinschaft hier im Würzburger Dom überzeugten mich.
Hier im Dom kannte man den Ritus, der einen Halt gab. Hier hatte man Zeit zur Ruhe zukommen. Und hier hatte man einen Platz zum nachdenken, den ich auch außerhalb meines Sängerdaseins nutzte.
Jetzt begann die Zeit der Pubertät. In der Schule erfuhr man einiges über Gott, was mein Interesse weckte: „Wer ist eigentlich Gott?“ „Wo ist er?“ „Kann er mich wirklich sehen?“ „Bestraft er mich?“ „Was ist mit den Atheisten?“
Wenn ich vor Problemen stand, richtete ich oft mein Wort an Gott und bat ihn mir zu helfen. Ich bemerkte dabei eine Kraft, die mich durchströmte, Nach meinem Abitur entschloss ich mich zum Studium der Theologie. Dies bringt mir einen immerweiteren Zugang. Ich erkannte, dass Kirche zwar ihre Schattenseiten trägt, aber dennoch die Gemeinschaft der Glaubenden als oberstes Ziel stetig verwirklicht.
Nun war ich auch so weit und fasste den Entschluss, mich in der katholischen Kirchen taufen zu lassen. Und da ich im Würzburger Dom „groß geworden“ bin, ist es auch mein Wunsch das Initialsakrament, die Taufe, hier zu empfangen.
K. O.
Glaube, der stärkt ...
Mein Weg zum Glauben
Als ich 2002 nach W. kam, um das Studium der Germanistik und Geographie anzutreten, hatte ich noch nicht viel über Gott oder den Glauben im Allgemeinen gehört, geschweige denn gewusst. In der ehemaligen DDR war es nicht von Vorteil, wenn man Mitglied in der Kirche war. Das war der Grund warum ich nicht getauft wurde und höchstens im Ethikunterricht von Gott gehört hatte. Der heutige Verlobte meiner Schwester, welcher schon länger in W. lebt, lud mich ein, für zwei Semester in ein Haus des wissenschaftlich katholischen Studentenvereins zu ziehen. Während dieser zwei Semester erfuhr ich mehr über Gott, als in den zwanzig Jahren zuvor.
Ich fand und finde das Leben in einer solchen Gemeinschaft beeindruckend. Ich glaube für mich, dass der Glauben jedem einzelnen Stärke verleiht. Ich bin seit nunmehr einem Jahr im Katechumenat und habe in dieser Zeit viel über das Leben und Wirken von Jesus Christus erfahren und gelernt. Ich hoffe, dass mich der Glaube an Gott mit Stärke erfüllt und in meinen ganzen Leben begleitet
Oliver
Neugier lässt fragen ...
1. Agnes
Meine Name ist Agnes. Aufgewachsen bin ich im östlichen Teil unseres Landes, in dem der christliche Glaube nicht selbstverständlicher Bestandteil der Erziehung war und ist. Kirche erlebte ich als Außenstehende nicht als lebensnotwendig. Taufe war kein Thema - auch nicht als meine Töchter Andrea und Anja geboren wurden. erst nach dem Umzug in einer dem christlichen Glauben freundlicher gesonnenen Umgebung wurde ich interessierter an Glaube und Kirche - vor allem durch die Begegnungen mit den Menschen am Arbeitsplatz und in der Nachbarschaft. „Hier ist man getauft und gehört zur Kirche!“ hörte ich immer wieder. Und bald erschien es mir ebenfalls erstrebenswert der Kirche anzugehören.
Der Wunsch dazu zu gehören stand also am Beginn - und zugleich viele Fragen: Wie wird man Christ? Was bedeutet der christliche Glaube für das alltägliche Leben? Wie verhalte ich mich? Was muss ich wissen? Solche Fragen waren wie Wegweiser auf dem Weg zur Taufe. In einer Katechumenatsgruppe fand ich den Raum Fragen zu stellen und Antworten zu erbitten. Bei den regelmäßigen Treffen traf ich auf Gemeindemitglieder, die mir von ihrem Glauben erzählten. Das hat mir gut getan und geholfen einen eigenen Weg zu finden. Aus der anfänglichen Neugier wurde ein reges Interesse für alles, was mit Glaube und Kirche zu tun hat. Ich glaube, dass es aber für die ganze Gruppe und die Gemeinde eine Zeit der Herausforderung war. Vor allem die Feiern der Gottesdienst haben geholfen den Weg in die Kirche mit der Gemeinde zu gehen. So war ich nicht allein. Als ich inmitten eines Sonntagsgottesdienstes im Advent das Kreuz auf die Stirn gezeichnet bekam, war ich tief berührt und wusste: die Taufe ist für mich ein wirklicher Neubeginn. Ich freue mich auf die Osternacht und meine Taufe. Agnes, 43 Jahre.
2. Sylvia
Sylvia ist Krankenschwester und kommt in besonderer Weise tagtäglich mit den Fragen der Menschen nach dem Sinn des Lebens, von Krankheit, Leid und Tod in Berührung. Im Krankenhaus und vor allem am Krankenbett vieler schwer kranker und sterbender Menschen erfährt sie immer wieder die Haltlosigkeit und die Verzweiflung, auf die sie keine Antwort weiß.
Geboren in Ostdeutschland hat sie in ihrer Kindheit den christlichen Glaubens nicht als Schicksal - wie viele in ihrer neuen Umgebung - angenommen, sondern nur sehr unvollständig und meist wenig attraktiv wahrgenommen. Ein Umzug brachte die Begegnung mit einem christlich geprägten Umfeld und vor allem mit Menschen, die über Riten und Brauchtum fest im katholischen Glauben verwurzelt sind. Ihre Fragen bekamen jetzt eine Antwort. Ihre Verlobung weckte in ihr den Wunsch den gemeinsamen Lebensweg auch in einem gemeinsamen Glauben zu gründen: sie will Christin werden.
Seit Monaten sprechen wir in kleiner Runde über die wichtigen Anliegen des Glaubens. Ihr Fragen und ihre Neugier steckt die ganze Gruppe an. Auch die anderen denken über ihren Glauben nach und so wir aus der angedachten Wegbegleitung ein gemeinsames Unterwegssein. So zeigt sich deutlich ein Wachsen und Reifen für alle und für Sylvia ein Heimat finden in der Kirche, die längst zu ihrer Kirche geworden ist. Mit der Taufe an Ostern wollen wir das auch miteinander feiern.
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